Museum für Hamburgische Geschichtchen

Stadtgeschichte wird nicht nur durch Exponate im Museum oder wissenschaftliche Aufsätze von Historikern erfahrbar, sondern auch durch die mündliche Überlieferung von Geschichten und Geschichtchen. Die große Sturmflut, der Mythos der Achtundsechziger, der Kampf um die Hafenstraße, große und kleine Familiengeheimnisse, Migrationsgeschichten, therapeutische Erzählungen, sporthistorische Ereignisse, Berichte aus der Schulzeit, auf Plattdeutsch übermittelte Geschichten, Szene-Storys, Liebeskummer, Erlebnisse von Touristen oder gute Witze und Anekdoten – all das wartet darauf, erzählt und gehört zu werden. 

In der alten Millerntorwache, dem klassizistischen Bau zwischen Planten un Blomen und Reeperbahn, gibt es deshalb einen Ort zum Erzählen und Zuhören: das Museum für Hamburgische Geschichtchen. In gemütlicher Atmosphäre können Hamburger und Besucher der Stadt ihre Geschichten und Geschichtchen rund um Hamburg erzählen. Die Erzählungen werden aufgezeichnet und im Hamburg Museum archiviert. Bei Einverständnis der Erzählenden werden diese auf Vimeo veröffentlicht. Auf Wunsch werden sie auf DVD gebrannt und den Erzählenden zugesandt.

Über das Museum für Hamburgische Geschichtchen

Die Kulturbehörde und die Stiftung Historische Museen Hamburg hatten sich gemeinsam für das originelle Nutzungskonzept der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. ausgesprochen. „Ich freue mich, dass die kleine klassizistische Wache nun ein Ort für bewegende und spannende Geschichten wird“ betont Lisa Kosok, Direktorin des Hamburg Museums. Und der Vorstandsvorsitzende der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Ansgar Wimmer, ergänzt: „Alle Bewohner und Besucher dieser Stadt sind herzlich in das Museum für Hamburgische Geschichtchen eingeladen, um etwas über sich oder Hamburg zu erzählen. So wird die Stadtgeschichte nicht allein durch akademische Geschichtsschreibung, sondern auch durch die mündlich überlieferte Wahrnehmung vieler Menschen plastisch.“

Das Millerntor war im 17. Jahrhundert das Haupttor an der Westseite der Stadt und verweist auf die Zeit, als Hamburg nur durch die Stadttore betreten und verlassen werden konnte. Nach der Entfestigung Hamburgs um 1819 wurde das Torhaus bis 1820 nach Plänen des Baumeisters Carl Ludwig Wimmel neu gebaut. Von der gesamten Anlage, die aus zwei größeren Gebäuden und zwei Torhäuschen bestand, zwischen denen sich Steinpfosten für einen Metallzaun befanden, ist heute nur noch das kleine Gebäude erhalten geblieben.

Die kleine Wache wurde am 7. März 2004 um 30 Meter mit einem Spezialkran in die Wallanlagen umgesetzt, fachmännisch restauriert und dem Museum für Hamburgische Geschichte übergeben. Zukünftig werden sich im MUSEUM FÜR HAMBURGISCHE GESCHICHTCHEN unterschiedliche Generationen, Milieus und Typen der Stadt begegnen – Menschen, die einander sonst nur selten wahrnehmen oder zuhören. Die alte Millerntorwache wird so zu einem einzigartigen Tor zur Geschichte

Es gibt viele Möglichkeiten im Museum mitzuwirken:

  • Als Erzähler:
    Jeder, der etwas über sich und seine Beziehung zu Hamburg erzählen möchte, ist herzlich eingeladen, dies im MUSEUM FÜR HAMBURGISCHE GESCHICHTCHEN zu tun. Das Museum hat regelmäßig geöffnet. Zudem lassen sich auch Termine vereinbaren.
  • Als Zuhörer:
    Das Team des Museums sucht immer Verstärkung. Interessierte, die gerne zuhören, Fragen stellen und das Gespräch lenken und gestalten, können sich jederzeit melden.
  • Als Fachmann/-frau im Technikteam:
    Gesucht werden auch Menschen mit Erfahrung im Bereich Ton- und Videotechnik, inbesondere für das Aufnehmen und ggf. Bearbeiten der Geschichten.

Das Team:

Technik / Zuhörer

Simon Eckhardt ist Theologe und leitet ein Konvikt mit 96 Bewohnern in Hamburg, Othmarschen. In beiden Funktionen kennt er sich mit überlieferten Geschichten bestens aus. Filme gucken und Filme machen und dabei das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren, den Menschen vor und hinter der Kamera mit den je ureigenen Geschichten ist es, was den Zauber guter Filme ausmacht.

Zuhörerin für plattdeutsche Erzählungen

Renate Holmleitete die La Cantina in Hamburg Ottensen und war als Heilpraktikerin tätig. Sie wirkt vor allem bei plattdeutschen Erzählungen als ehrenamtliche Zuhörerin mit. Ihr Wunsch ist, dass gelebte und erlebte Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Für die Zukunft der Wache wünscht sie sich noch mehr ehrenamtliche Zuhörer, die –  wie das bereits bestehende Team, „mit Herz bei der Sache sind“.

Zuhörerin

Zuhörerin

Bettina Kiefer arbeitet in der Redaktion eines Kulturmagazins. Sie findet „Oral History“ wichtig und möchte als Zuhörerin mithelfen, künftigen Generationen das Leben und Denken in unserer Zeit verständlich zu machen und es zu dokumentieren.

Zuhörerin

Zuhörerin

Organisation/Ansprechpartnerin, Zuhörerin

Zuhörerin

Zuhörerin

Erzählzeiten nach Vereinbarung

Kontakt für weitere Informationen:
Ricarda Luthe
Ehrenamtliche Mitarbeiterin
Tel. (040) 33 402-16

E-Mail: luthe@toepfer-stiftung.de

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